EXTREM SCHWIERIGE ZEITEN

Viele Besucher meiner Webseite: www.handgemalteostereiertamagoya.de glauben, die Eiermalerei sei mein Hauptberuf. Dem ist nicht so. Eigentlich arbeite ich als Shiatsu- Therapeutin, Masseuse und Gesundheitsberaterin. An diesem Beruf habe ich außerordentlich viel Freude. Seit fast 16 Jahren bin ich selbständig als Einzelunternehmerin tätig. Ich habe hart dafür gearbeitet, um mir diesen Traum erfüllen zu können. Viele meiner Kundinnen und Kunden besuchen seit Anbeginn meiner Arbeit meine Räumlichkeiten auf und freuen sich auf ihre Termine. In all den Jahren war es oft sehr anstrengend für mich, denn nicht selten musste ich bis zu 18 Stunden arbeiten. War der eine Job erledigt, warteten die Buchhaltung und der Haushalt auf meine Aufmerksamkeit. Jedoch habe ich es zu keinem Zeitpunkt bereut, mich selbständig gemacht zu haben.

 

Als Ausgleich zu meiner teilweise recht anstrengenden Arbeit habe ich wieder angefangen zu malen. Schon als Kind habe ich Alltagsprobleme über die Malerei abgearbeitet. Zuerst malte ich auf Papier und schließlich begann ich Eier zu bemalen. Dieses Material fand ich am Interessantesten, denn auf diesem lassen sich diverse Techniken ausprobieren und miteinander kombinieren. Ab und zu ist es eine große Herausforderung, denn ein Ei ist rund und erfordert vor dem Malen etwas Überlegung, wie man das Thema auf ein rundes Objekt bringen will, so dass es flüssig ineinander übergeht und den Betrachter zu keinem Zeitpunkt stutzen lässt oder erkennen lässt, hier fängt das Bild an und dort endet es.

 

Insbesondere habe ich mich der japanischen Malerei und dem japanischen Holzschnitt zugewandt. Einige unter meinen Kunden, die mich noch vom Japanfestival kennen, wissen wie vernarrt ich in dieses Land bin. Als die Welt noch in Ordnung war, sparte ich jedes Jahr dafür, um nach Japan reisen zu können. Zahlreiche Freunde warten dort auf mich. Zur Zeit telefonieren wir viel oder schreiben uns per Whats App. Mich faszinierte an diesen Genres die Vielfalt. Berühmte Künstler wie Hokusai oder Hiroshige sind meine Vorbilder. Ihre Holzschnitte, die umfassende Einblicke in das Leben der Japaner der Edô- Zeit geben, sind lebendig und noch heute sehr informativ. Der Maler Ohara Koson begeistert mich mit seiner Detailtreue und den irren Farben. Teilweise hat man das Gefühl, man könne das Objekt auf dem Papier anfassen. Auf meinen Reisen durch Japan habe ich viele Tempel und Ryokan besucht. Hier faszinierten mich die Fusuma- Malereien (Holzschiebetüren) oder die alten Rollbilder in den Tokonoma (Bildnische). Die Bilder, die auf diesen Objekten abgebildet sind, bestechen durch eine unheimliche Naturtreue. Einmal betrachtete ich ein Bild mit Kranichen in einem Ryokan (Gästehaus) und versenkte mich derart tief in das Gemälde, dass ich die Rufe der Kraniche hören konnte. Wenn Bilder so lebendig sind, haben sie uns viel zu sagen. Diesen Anspruch habe ich auch versucht in meinen Bildern auf den Eiern umzusetzen. Die Bilder auf den Eiern sind nie nur Kopien der Vorbilder, immer sind sie durch eigene Ideen ergänzt oder erweitert. So erinnert sich der Eine oder Andere unter ihnen vielleicht an das eine oder andere Bild, das ihm auf den ersten Blick bekannt erscheint. Auf den zweiten Blick ist es doch ein ganz anderes. Nicht selten sind zwei verschiedene Gemälde auf einem Ei kombiniert, damit ich die Freifläche auf dem runden Ei ausfüllen konnte. Diese knifflige Herausforderung macht Spaß.

Nun quält uns seit dem vorigen Jahr die "C...- Zeit"  und es scheint kein Ende zu nehmen. Jeden Tag müssen wir uns neu motivieren, um optimistisch zu bleiben. Seit einem Jahr verdiene ich keinen Cent mehr aus meiner Arbeit als Therapeut. Nun hoffe ich, dass mir die Malerei etwas hilft, über die Runden zu kommen. Also habe ich gemalt, was das Zeug hielt. Dieses Jahr ist Ostern um den 04. April herum. Alle meine Hoffnungen gehen nun dahin, die Eier auch verkaufen zu können. Wenn nicht, fehlt mir das Geld, um dieses Hobby weiter ausüben zu können.

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