EIN GESCHENK DER NATUR

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Bild wurde entnommen der Webseite wellensittich-infoportal.de

 

Im Mai wurden wir von unserem Barrabandsittich/ Schildsittich- Weibchen "Midori" überrascht. Als sie zu uns kam, war sie noch sehr jung, so dass wir gar nicht damit rechneten, dass sie bereits Eier legen würde. Dies geschieht erst im Alter von zwei Jahren.  Unser Männchen "Bibo" verstand sich mit Midori vom ersten Augenblick an, es war Liebe auf den ersten Blick. Midori war am Flügel verletzt und Bibo hat sich liebevoll um sie gekümmert, bis es ihr wieder besser ging. Seit diesem Mai turteln sie herum und da gab es eben auch die Eier. Wohin damit? Züchten wollen wir nicht, denn noch mehr eigene Sittiche geht nicht, die Voliere wäre zu klein. Also habe ich die Eier bemalt. Dies schien mir die sinnvollste Nutzung.

 

Barraband- oder Schidsittiche gehören zu den mittelgroßen Papageien. Sie erreichen eine Körpergröße von bis zu 40 Zentimeter. Ihr Schwanz ist ziemlich lang und stufig aufgebaut. Die zum Steuern gedachten Federn sind schmal und am Ende spitz; beim Männchen ist der  Schwanz kobaldblau und grün und beim Weibchen rosé und grün. Die Schenkel sind beim Weibchen orangerot.  Die Körperfärbung von beiden unterscheidet sich deutlich, obwohl beide sehr hübsch aussehen. Das Weibchen ist überwiegend blass grün, der Schnabel rosé. Das Männchen hat eine sehr interessante Gelbfärbung am Kopf und einen roten Kragen, der Körper weist ein kräftiges, strahlendes Grün auf. Der Schnabel ist eher grau. Die Vögel wiegen zwischen 133 und 157 Gramm.

 

Barrabandsittiche sind sehr gute Flieger. In freier Wildbahn leben sie im Buschland oder in lichten Wäldern. Sie fliegen sehr schnell und können weite Strecken in kurzer Zeit zurücklegen. Sie fliegen außerdem in beachtlichen Höhen. Daher ist eine große Voliere wichtig, mit viel Platz zum Fliegen. Außerdem fressen sie vorwiegend vom Boden, so dass sie auch Platz zum scharren und wühlen benötigen. Da sie sehr gern Holz zerlegen, sollte man bei der Wahl der Materialien, aus dem die Voliere gebaut ist, darauf achten oder für genügend Material sorgen, dass sie zerlegen können.

 

Schildsittiche oder Barrabandsittiche kommen ausschließlich im inneren südöstlichen Australien vor.  Ihr Verbreitungsgebiet reicht von der Mitte New South Wales bis in den äußersten Norden des Bundesstaates Victoria. Sie leben gern in der Nähe von Gewässern, denn sie baden sehr gern und überaus intensiv.

Diese Sittichart ist sehr sozial. In der freien Natur kommen sie in Schwärmen bis zu 200 Vögeln vor. Selbst in der Brutzeit genießen sie die Gruppe, die eine gewissen Sicherheit bietet. Unser Bibo ist sehr wachsam und passt genau auf, ob sich einer von uns zeigt. Ist das so, gibt es sofort ein Alarmsignal und das Weibchen verschwindet im Wärmehaus. Es wird jede Handlung unsererseits kommentiert und auch ein Zeichen zur Entwarnung gegeben, wenn wir uns wieder entfernen. Bibo ist recht zutraulich, frist auch aus der Hand, Midori ist noch schüchtern, aber sehr interessiert an uns. Beide reagieren intensiv auf unsrere Sprach, obwohl sie nur äußerst schwer sprechen lernen. Mit ihren großen schwarzen Knopfaugen verfolgen sie genau, was wir tun. Sie fressen gern Körnerfutter, vor allem aber Salat und frisches Obst. Die Ameisen, die über das Obst krabbeln sind jedoch auch nicht sicher vor ihnen.

 

Das Balzverhalten ist sehr putzig. Bibo hüpft tänzelnd um Midori herum, macht Verbeugungen und stubst sei immer wieder mit dem Schnabel an. Außerdem offeriert er ihr Futter und füttert sie auch. In freier Natur würde Bibo kurze Schauflüge vor Midori veranstalten. Manchmal macht er das in der Voliere auch.

Diese Sittichart gehört zu den Höhlenbrütern, benötigen daher zur Fortplanzung einen Nistkasten. Wir haben den aus der Voliere entfernt, in der Hoffnung, Midori würde dann keine Eier mehr legen. Weit gefehlt! Jetzt hat sie sich einen Brutplatz aus Holzspänen am Boden gebaut und legt dort ihre Eier ab. Normalerweiese legt das Weibchen 4 - 5 Eier. Midori zum Glück nur 1. Das Ei ist fast rund, schneeweiß und 2,5 - 3 cm groß. Kurz nach dem Legen ist die Schale des Eis noch recht instabil. Nach ca. 2h Stunden ist es ausgehärtet.