UKIYO - E - JAPANISCHE HOLZSCHNITTE

Quellenangabe: Wikipedia

 

Farbholzschnitte sind eine Form der Druckgrafik. In Japan nahm  sie in der zweiten Hälfte des 18. Jh. ihren Anfang. Bis heute legt man in Japan sehr viel Wert auf die Erhaltung dieser Kunstrichtung. Selbst Drucke aus den Anfängen werden noch heute vervielfältigt und sind für Wissenschaftler von großem Interesse. Alle diese Werke geben einen tiefen Einblick in das alltägliche Leben der Japaner. Erst vor kurzem fand man alte Druckstöcke wieder, die eine besondere Prozession der Geishas in Kyôtô darstellten. Diese Art der Prozession wird noch heute durchgeführt. Anhand der Druckstöcke konnte man jedoch Details erkennen, die heute nicht mehr aktuell sind. Jedoch bei den Veranstaltern als Anregung für künftige Veranstaltungen Beachtung fand.

 

Typisch für den japanischen Holzschnitt ist eine hohe Präzision in der Bearbeitung des Holzes der wilden Kirsche. Dennoch fehlen den Farbholzschnitten die Perspektive und die Darstellung von Licht- und Schatteneffekten. Die Verleger und Künstler waren diversen und ständig wechselnden Einschränkungen unterworfen. Streng überwacht wurde die Einhaltung des Verbotes der Darstellung der Mitglieder der herrschenden Tokugawa- Familie oder die Darstellung von politischen Gegebenheiten, die sich nach 1500 ereignet hatten. Dieses Verbot wurde später von den Künstlern missachtet und so entstanden Bilder vom Russisch- Japanischen Krieg oder Chinesisch- Japanischen Krieg.

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Kommerzielle Verlage entstanden im 16. Jh. in Kyôtô,  Ôsaka und im 17. Jh. auch in Edo (heute Tôkyô).  Zunächst ergänzte man Unterhaltungsliteratur mit schwarz- weiß Darstellungen.

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Kolorierte Einzeldruckbilder tauchten bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jh. auf. Vielfarbdrucke gab es erst ab 1765. Ab diesem Moment benannte man die Bilder als so genannte "Brokatbilder - Nishiki- e". Farbholzdrucke erfreuten sich großer Beliebtheit, waren sie doch erschwinglich, anders als Malereien, die für den Normalbürger unbezahlbar waren. Besonders beliebt waren die Darstellungen von Kurtisanen und Geishas, die eine besondere Rolle bei der Verbreitung der aktuellen Modeinteressen spielten.

 

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Auch die Darstellung von berühmten Künstlern des Kabuki- Theaters (Kabuki- e) spielten eine große Rolle.

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So finden sich unter diesen Darstellungen viele Plakate für Vorführungen des Kabuki - Theaters. Natürlich waren die Darstellungen der Künstler auch auf Spielkarten zu finden, so dass ein jeder Bürger die berühmten Schauspieler kannte.

Außerdem fanden sich unter den Farbholzschnitten Darstellungen von Tieren, Blumen, Landschaften, Bilder der Samurai- Kaste oder auch Szenen von klassischen Romanen.

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Die Wohl bekanntesten Künstler in diesem Genre sind Hokusai Katsushika, Utagawa Hiroshige, Utagawa Kuniyoshi und Koson Ohara. Ihnen verdanken wir zahlreiche Illustrationen, auf denen Straßenzüge aus Edo abgebildet sind und selbstverständlich der heilige Berg Fuji.

Obwohl ein und die selben Techniken verwendet wurden, haben die unterschiedlichen Darstellungen alle ihren speziellen Namen:

Kabuki- e - Szenen von volkstümlichen Stücken des japanischen Kabuki- Theaters

Yakusha- e Poträts von Kabuki- Darstellern in Rollen, durch die sie berühmt wurden

Shini- e Bilder von verstorbenen Schauspielern oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die aus dem Gedächtnis entstanden

Bijin- ga Porträts schöner Frauen, Kurtisanen, Geishas oder Prostituierten

Sumô- e Darstellung berühmter Sumô- Ringer oder Kampfszenen

Musha- e Bilder von berühmten Kriegern oder Schlachtszenen

Meisho- e Landschaftsbilder

Tôkaidô- e Darstellungen der Stationen auf der Handelsstraße zwischen Edo und Kyôto

Kacho- e Naturbilder, Pflanzen, Tiere

Genji- e Szenen des Romans von Murasaki Shikibu "Genji Monogatari - Die Geschichte des Prinzen Genji"

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Es gab jedoch auch Bilder zu Legenden oder Schutzgottheiten und erotische Darstellungen.

Ehe ein Farbholzdruck entstand waren viele verschiedene Schritte notwendig. In diesem Zusammenhang entstanden zahlreiche Berufe, die für den Holzschnitt notwendig waren:

Verleger (Auftrag, Finanzierung, Druckplatten, Papier, Farbe, Koordination des Verkaufs)

Künstler (Idee der Motive/ Themen, Entwürfe mit Tusche auf Papier)

Holzschneider (Herstellung der Druckplatte nach dem Entwurf des Künstlers)

Drucker (Schwarz- weiß- Druck mit dem Konturenblock, Druck für jeden einzelnen Farbton extra, Anpassen der Drucke auf das Papier mittels Marker)

Die Materialien, die für die Farbdrucke Verwendung fanden, sind noch heute im Gebrauch.

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